Buffs

Buffs sind, so mein Eindruck, seit unserer letzten Runde ein stark diskutiertes Thema. Sie neigen zu leicht dazu sehr heftige Ausmaße anzunehmen und das Regelwerk kennt dabei keine Möglichkeiten sie zu limitieren. Deswegen würde ich hierzu ein kleines Supplement eigener Regeln vorschlagen, die wir für unsere Gruppe festlegen, beschließen und ab da für entsprechende Situationen verwenden.

Grundlegend, was sind Buffs? Ich verstehe Buffs als durch magische Fertigkeiten ausgelöste Veränderungen von Attributen oder Fertigkeiten eines Charakters oder Gegenstands, die länger als einen Kampf anhalten (bzw. außerhalb von selbigem allzu übertrieben kalkuliert gesprochen werden).

Was ist das Problem an Buffs? Es gibt keine eindeutige Regelung, wogegen die Probe auf eine Magiefertigkeit geworfen wird. Die Wahl der Probe und ihrer Schwierigkeit ist völlig situationsgebunden. Somit ist unklar, welches Maß anzulegen ist, wenn es um die Veränderung eines bestimmten Charakterwerts geht. Zusätzlich ermöglicht das verhältnismäßig einfache System zur Ausdehnung eines Zaubers hinsichtlich Dauer und Personenzahl diese ungeregelten Effekte sehr weit auszudehnen. (Allgemein ist das Magiesystem von Donjon, wie wir bereits mehrfach festgestellt haben, sehr mächtig, wenn wir uns nicht über die zugelassenen Optionen einigen.)

Praktischer aus der letzten Runde gesprochen: Wir können nicht einschätzen, ob es vom System gewollt ist, dass ein Stufe 1 Magier mit 4 Spruchwürfeln Investition einen Zwei-Wort-Buff auf die gesamte Gruppe und den ganzen Tag ausdehnt und dabei noch 4 Erfolge für beide Worteffekte erzielt. Wir können vor allem noch nicht einschätzen, welcher Gegenwert bei der Probe angemessen ist. Ein fester Task, bei dem Erfolge mit Bonuswürfeln gleichgesetzt werden? Der Attributs- oder Fertigkeitswert des „Gebufften“, auf den Erfolge als Boni verrechnet werden? Eine vorherige Ansage von gewünschten Erfolgen (=Bonuswürfel), für die eine Probe auferlegt wird und bei welcher die übrigen Erfolge verloren gehen? Es hätte alles eine gewisse Logik, jedoch ist die Spielbarkeit der wahrscheinlichen Ergebnisse fraglich.

Abgesehen davon stellt sich auch noch die Frage, ob eine unbegrenzte Anzahl beliebig hoher Buffs auf einen Charakter oder Gegenstand zugelassen werden sollte? Es mag der Computerspieler aus mir sprechen, aber ich bin es gewohnt, dass die Stärke von Buffs mit der Stufe der Charaktere bzw. Objekte wächst, da ansonsten Situationen entstehen, in denen der verstärkte Wert den ursprünglichen weit übersteigt und der Grundwert bedeutungslos wird, da er leicht umgangen werden kann.

Und zu guter Letzt kommt hinzu, dass im Gegensatz zu Verstärkungssprüchen, die für einen und in einem Kampf gewirkt werden, dem Magier wertvolle Aktionen verloren gehen und ihn angreifbar machen. Buffs dagegen können jederzeit und offen betrachtet immer wieder und wieder aufs Neue übereinander gewirkt werden, bis das Optimum erreicht ist.

Ich habe mir ein paar Gedanken dazu gemacht und ein paar Regeln entworfen, die diese Probleme meines Erachtens nach in einer spielbaren Bahn halten.

Dauer und Umfang: Ein Buff darf weiterhin wie im Regelwerk vorgesehen auf eine beliebige Anzahl von Figuren und Zeit gewirkt werden. Hier sollte kein Problem entstehen, da die Regeln eindeutige Kosten für den Vorteil ansetzen, die ich für angemessen halte.

Probe und Erfolg: Ein einfacher Vorschlag.

Erhöhung
Wert >
(o)Attribut
(-)Fertigkeit / Rating (Waffen, Rüstungen)
(+1)
(o)Wert + Easy Task
(-)Wert
(+2)
(o)Wert + Medium Task
(-)Wert + Easy Task
(+3)
(o)Wert + Hard Task
(-)Wert + Medium Task

Usw. Eine solche Einteilung ermöglicht es ein klares Ziel der Spruch in Zahlen anzusagen, es erschwert die Probe, je höher das gewünschte Ziel ist und es regelt die Erfolgschancen im Verhältnis zum Grundwert.

Begrenzung: Zusätzlich zum Festlegen der Proben und der damit verbundenen Erfolgsaussichten, ist die Höhe und Anzahl der gleichzeitigen Buffs durch den Wert des Verzauberten begrenzt. Die Gesamtanzahl der Bonuswürfel darf nicht die Stufe des Charakters übersteigen. Gleiches gilt für ein Stück Ausrüstung und seinen Wert. Bei Figuren wird unterschieden zwischen einem eigenen Buff und dem Fremd-Buff durch einen anderen Charakter. Für beide Sorten gilt ein eigenes „Konto“.

Beispiel: Flora Alteisen, Mitglied einer namenhaften Gruppe von Umweltaktivisten, hat Stufe 3. Sie beherrscht die magische Fertigkeit Ars animans und verstärkt mit dem Wort „Wachstum“ ihre Adroitness um 3. Bei ihrer Adr von 5 involvierte dies eine Probe gegen 11. Durch den „Segen von Mutter Natur“ eines Waldschamanen liegt zusätzlich „Regeneration 3“ auf ihr. Ihre Hartholzrüstung (DR 3) wurde vom Borkenbeschwörer der Gruppe mit schützender Rinde verzaubert (DR +2). Die Rüstung kann noch um einen weiteren Bonuswürfel verzaubert werden, auf Flora selbst liegen jedoch bereits eigene und fremde Sprüche in maximaler Höhe.

Redudanz: Buffs mit dem identischen Effekten addieren sich nicht auf. Stattdessen gilt nur der höhere Wert. Allerdings wird die Schwierigkeit der Probe auch immer vom Grundwert und nicht vom verstärkten Wert aus ermittelt.

Beispiel: Der Borkenmagier versucht später noch einmal Floras Rüstung zu verbessern, dieses Mal um 3. Er wirft eine Probe gegen den Grundwert der Rüstung von 3 + Medium Task (3 + 3 = 6), nicht etwa gegen den verstärkten Wert von 5. Gelingt ihm seine Probe, erhöht sich der verstärkte Wert der Rüstung auf 6(, nicht auf 8).

Wiederholung: Ein bestimmter Effekt, der in einem Buff durch ein magisches Wort hervorgerufen wird, kann pro Szene auf einen Charakter oder ein Objekt nur einmal gezaubert werden. Dies verhindert, dass derselbe Effekt wieder und wieder verwendet wird bis das Ergebnis stimmt.

Beispiel: Flora hat in einer Szene bereits das Wort „Wachstum“ benutzt, um ihre Adroitness um 3 zu erhöhen, ist jedoch beim Versuch gescheitert. Sie muss bis zur nächsten Szene warten, um mit diesem Wort das Attribut Adr verstärken zu können. Jedoch kann sie sehr wohl versuchen „Wachstum“ zu verwenden, um ihre Haare zu einem dichten Pelz wachsen zu lassen, der ihr Wherewithal erhöht (und vermutlich ihre Sociality in den Keller zieht …). Sie könnte jedoch durch „Wachstum“ die Adr der von ihr erschaffenen Wächterpalmen verstärken, auf welche sie das Wort noch nicht mit diesem Effekt angewendet hat. (Hätte sie zusätzlich das Wort „Reflexe“, könnte sie mit diesem sogar versuchen ihre eigene Adr noch einmal zu erhöhen.)

Flüche („Debuff“): Selbstverständlich gelten alle genannten Regelungen auch für negative Zaubersprucheffekte von längerer Dauer als einen Kampf.

Spielleiterwillkür: Falls sich doch irgendein Weg findet die vereinbarten Regelungen zu durchschlüpfen und auf übermäßige Bonuswürfel zu kommen / den Spielverlauf durch ständige Buff-Proben in die Länge zu ziehen, behalte ich mir vor mit göttlicher Willkür dagegen vorzugehen. (Man hört von Schwärmen riesiger Piranhavögel, die sich von Magie ernähren und mächtige Futterquellen auf viele Meilen wittern …)

Wozu mir noch keine guten Einfälle gekommen sind, ist das Brechen von bestehenden Buffs durch Antimagie oder ähnliches. Ich bin nicht sicher, ob man dem Magiebrecher den Wert des Buffs + Task als Schwierigkeit geben sollte oder z.B. dieselbe Probe, die der Wirkende des Buffs bewältigen musste. Auch bin ich nicht sicher, ob man mehrere Effekte, die in einem Spruch durch mehrere Worte erschaffen wurden, zusammenbrechen lassen sollte, sobald nur einer gebrochen ist; oder ob man jeden Effekt einzeln brechen muss. (Ich würde zu Ersterem tendieren.)

Das wären so ziemlich alle Vorschläge, die ich hätte und für sinnvoll halte. Mein Gedanke war Buffs dort, wo man sie in irgendeiner Form ad absurdum steigern kann, eine Grenze vorzuschieben. Falls dies übermäßig restriktiv ist oder ansonsten an den Ideen und ihrer Logik etwas hakt, bin ich für Diskussion und Vorschläge offen. Es ist nur ein erster Entwurf von mir, wie es meiner Meinung nach aussehen könnte.

Buffs

Steamclouds&Skydreams DarkSpir